Verhalten bei Unfall


                                                                                                             

Unfallstelle absichern und Verkehrsteilnehmer warnen 

Denkt an den Eigenschutz.  Möglichst Warnweste überziehen (wenn nicht schon eine sowieso getragen wird), um von anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen zu werden, wenn Ihr die Unfallstelle absichert. Ein Warndreieck gehört nicht zur Motorrad-Tour-Ausrüstung, daher sollte man entsprechende Alternativen nutzen, wie Helm mit Warndreiecks-Überzieher, Warnblinkleuchten speziell für Motorradfahrer, mit Eurem eigenen Motorrad und Warnblinkanlage oder Ihr fordert  andere Verkehrsteilnehmer auf,  die Absicherung vorzunehmen. Auf Autobahnen sollten Sie sich möglichst hinter der Leitplanke entgegen der Fahrtrichtung fortbewegen.
Die Absicherung soll 100 Meter vor der Unfallstelle liegen, an Autobahnen etwa 150 Meter. So sind andere Verkehrsteilnehmer vor der Gefahrenstelle gewarnt und können gegebenenfalls ihr Tempo drosseln. Sollte sich der Unfall hinter einer Bergkuppe oder Kurve ereignet haben, empfiehlt es sich dringend, die Absicherung vor der schwer einsehbaren Stelle zu platzieren, um das Risiko weiterer Unfälle zu minimieren.
Mit Handbewegungen könnt Ihr vorbeifahrende Fahrzeuge zum Langsam fahren auffordern sowie weitere Verkehrsteilnehmer animieren, Erste Hilfe zu leisten. Seid Ihr allein unterwegs, solltet Ihr die Zeit des Absicherns nutzen, um einen Notruf abzusetzen. So sind die Rettungskräfte frühzeitig vor Ort.

 

Unfallmeldung abgeben
Über die Nummer 112 einen Notruf absetzen, der folgende Informationen enthält:

 

  • Wo hat sich der Unfall ereignet?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Personen sind beteiligt?
  • Welche Verletzungen gibt es?
  • Wichtig: Rückfragen der Notrufzentrale abwarten !

 

Bei Motorradunfall auf jeden Fall einen Rettungswagen alarmieren
Auch wenn der Verunfallte Motorradfahrer sich äußert, keinen Rettungswagen zu benötigen, solltet Ihr darüber hinwegsehen. Es zeigt sich immer wieder, dass durch Schock oder Adrenalinausstoß Verletzungen und Schmerzen im ersten Augenblick nicht wahrgenommen werden. Nur der professionelle Rettungssanitäter kann die Lage beurteilen und weitere Maßnahmen bestimmen. Lieber einmal umsonst als zu spät einen Rettungswagen anfordern.

 

Erste Hilfe leisten

Nachdem die Unfallstelle abgesichert ist, solltet Ihr unverzüglich damit beginnen, Erste Hilfe zu leisten.
Zuerst solltet Ihr die lebenswichtigen Funktionen des Unfallopfers überprüfen. Motorradhelm abnehmen.
Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung den Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen. Atmet das Unfallopfer nur noch unregelmäßig oder gar nicht, die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen. Starke Blutungen mit einem Druckverband stillen und unter Schock stehende Personen betreuen. Nie die Person sich selber überlassen, sondern intensiv kümmern.

 

Erst am Schluss sich um das Motorrad kümmern
Erst wenn das Unfallopfer versorgt ist und alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet sind, könnt Ihr Euch um das Motorrad kümmern, wenn nicht die Rettungskräfte dies schon in die Hand genommen haben. Maschine von der Straße nehmen und an einer sicheren Stelle abstellen. Abtransport eines beschädigten Motorrades hat Zeit und muss nicht durch Euch ohne Ansage des Eigentümers organisiert werden.  Kann der Verunfallte weitere Maßnahmen zum Abtransport einleiten, solltet Ihr Ihn dabei unterstützen soweit es geht. Verbleibt das Motorrad noch gesichert am Unfallort, solltet Ihr bewegliche Teile, wie z.B. Tankrucksack, abnehmen und für den Verunfallten verwahren, wenn er nicht mehr in der Lage dazu ist.